Grußwort

Die Renaissance der Hormone

Grußwort des Tagungspräsidenten und des Präsidenten der GSAAM e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

Was uns antreibt

Die Hormonersatztherapie (HRT) hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Galt sie in den 1980/90er Jahren als ultimativer Jungbrunnen, so kam im Jahr 2002 mit der WHI Studie der große Rückschlag. Plötzlich standen nicht mehr Nutzen, sondern nur noch Risiken dieser Therapieform im Vordergrund. Die Laienpresse überschlug sich mit Negativschlagzeilen.

"Tödliche Therapien" war beispielsweise ein Artikel über die bisherige Hormonersatztherapie überschrieben. Hormone, die Gynäkologen, Endokrinologen und Anti-Aging-Mediziner lange Jahre ihren Patienten mit guten Gründen empfohlen hatten, waren über Nacht zum angeblich lebensbedrohlichen Gesundheitsrisiko geworden.

Zwölf Jahre später stellt sich die Situation in einem ganz anderen Licht dar. Viele Studien haben nachgewiesen, dass die HRT – wenn richtig angewendet - nur minimale Risiken bei einem hohen Nutzen aufweist. Nun erscheinen in den USA erstmals Untersuchungen, die der Frage nachgehen, wie viele Frauen vorzeitig verstorben sind, weil sie auf eine Hormonersatztherapie verzichtet haben: es sollen Zehntausende sein.

Eine umfassende Neubewertung hormoneller Therapien steht also an. Und das gilt nicht nur für die Ersatztherapie mit Sexualhormonen der perimenopausalen Frau und des älterwerdenden Mannes. Es betrifft auch andere Steroidhormone wie Pregnenolon und DHEA, sogar das Vitamin-D-Hormon und Monoamine wie Serotonin und Melatonin. Hormone, diese genialen Botenstoffe der Natur, regulieren durch eine Vielzahl von Mechanismen mehr oder weniger jede Funktion unseres Organismus - von der Steuerung des Essverhaltens über die Beeinflussung kognitiver Funktionen bis zum Aussehen von Haut und Haaren. Die gesamte Bandbreite dieser vielfältigen Wirkungen der Hormone sowie ihr therapeutischer Einsatz wird Schwerpunktthema der 15. Konferenz der GSAAM sein.

Der Begriff "Hormon" stammt ja aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt so viel wie "antreiben". Was uns als Ärztinnen und Ärzte antreibt, ist das Bemühen, unser Wissen und unsere Fertigkeiten stets auf den neuesten Stand zu bringen und so unsere Patienten kurativ und präventiv optimal zu behandeln. Auf der 15. Konferenz der GSAAM präsentieren Ihnen hochkarätige Referenten die aktuelle Datenlage zur "Renaissance der Hormone".

Wir freuen uns, Sie dazu vom 30. April bis 2. Mai 2015 in München begrüßen zu können

Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk
Präsident der GSAAM e.V.
PD Dr. med. Alexander Römmler
Tagungspräsident 2015